Aktuelles Thema

Wir laden Euch dienstags (im Zweiwochenrhythmus) um 18:30 Uhr herzlich in die Wolbecker Straße 14 ein, um in der Diskussion zu einem aktuellen Thema jeweils zu klären, wie und warum Staat und Kapital eine Welt schaffen, die der Mehr­heit der Leute alles andere als bekommt.

Di., 04. Dezember 2018, 18:30 Uhr

Die Fehler des Rechten Denkens
und die verkehrte Kritik daran

Fortsetzung der Diskussion

Am kommenden Dienstag wollen wir die Diskussion der Veranstaltung der letzten Woche fortsetzen. Dabei sollen auch noch einmal ausführlicher die häufig gegen die Rechten vorgebrachten Argumente auf den Prüfstand gestellt werden. Treffpunkt ist die Wolbecker Str. 14.

Di., 18. Dezember 2018, 18:30 Uhr

Imperialistische Konkurrenz
um den Weltmarkt für Energie

Dass Deutschlands Regierende eine Energie­wende in Angriff genommen haben, wird ihnen – bei allen Frik­tionen, die damit verbunden sind – von nicht wenigen positiv ange­rechnet. Und zwar v. a. …

… als Beitrag zur Rettung des Weltklimas:

Stimmt das eigentlich? Die Bundes­kanzlerin zum Beispiel definiert das Mensch­heits­problem etwas anders:

Dies alles geschieht in der Über­zeugung, dass die Trans­formation hin zu einer emissions­armen Wirtschafts­weise – richtig angelegt – große Wachstums­chancen bietet. Erneuer­bare Energien, ressourcen- und kosten­sparende Effizienz­techno­logien, klima­schonende Neuerungen im Gebäude­bereich und im Verkehr – das und anderes mehr wird auf den Märkten welt­weit an Bedeu­tung gewinnen. (Merkel)

Ist das Menschheits­problem Klima am Ende gar nicht das – ewig verratene – Ziel, sondern ein ebenso wohl­klingender wie passend aus­greifender Zuständig­keits­anspruch für eine deutsche Standort­offensive beim Geld­verdienen weltweit?

… als Beitrag zur Sicher­stellung unserer nationalen Energie­autonomie und -autarkie

Der Leitbegriff der Energie­autonomie bedeutet, dass eine selbst- statt fremd­bestimmte Verfüg­bar­keit über Energie das Ziel sein muss – frei und unab­hängig von äußeren Zwängen, Erpressungs- und Inter­ventions­möglichkeiten, nach eigenen Ent­scheidungs­kriterien. Dies alles ist auf Dauer nur mit erneuer­baren Energien möglich. (Solar­zeitalter 2/2016)

Dass die Verfügung über bestimmte Energie­stoffe ein Erpressungs­hebel ist, anderen Mächten eigene Interessen zu diktieren, ist im Verkehr zwischen Staaten offenbar ein selbst­verständ­licher Gesichts­punkt. Was einem deutschen Politiker zuerst bei den anderen einfällt:

Energie ist auch immer eine poli­tische Waffe gewesen. Das hat Putin … zum Ausdruck gebracht. (Elmar Brok)

Wobei unsere Verantwort­lichen darauf setzen, dass wir dank ihrer voraus­schauenden Energie­politik über mindestens genauso wirkungsvolle Energie-Waffen verfügen – andere Staaten sollen deutsche Effizienz­techno­logien brauchen, während wir wegen tendenzieller Unab­hängig­keit als Energie­abnehmer immer mächtiger werden:

Ebenso wie die Europäer russisches Gas benötigen, sind die Russen von europäischen Devisen abhängig. Seit Jahr­zehnten ist der östliche Riese deswegen zuver­lässiger Gas­lieferant. (moz.de)

Dass diese anspruchs­voll-ausgreifenden Ziel­setzungen deutscher Energie­politik dem Innen­leben des Kapital­standorts einiges zumuten – etwa alles, was die Brücken­energie Braunkohle so erfordert – liegt auf der Hand.