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„Im übrigen fängt Kritik nicht damit an, daß sie an sich die kri­­tische Frage stellt, ob sie weiter­geht, praktisch und konstruktiv ist. Sie beginnt damit, daß man sich Rechen­schaft ablegt darüber, woher all das kommt, was man als Belästi­gung und Schaden wahr­­nimmt. Wer auf das bißchen Ursachen­forschung ver­zichtet, vertut sich wo­möglich im Engage­ment, sucht sich Ort, Zeit und Adressat wie Gegner seiner Be­mühungen ver­kehrt aus. Dann ver­geht seine Ju­gend, und er war in Gorleben zelten, hat seine Zeit im Frauen­buch­laden ver­plempert und Grüne ge­wählt, während die Klassen­gesell­schaft funktio­niert, daß es kracht.“
Die Klassen (II), MSZ – Gegen die Kosten der Freiheit

Die destruktive kritik Münster lädt dienstags (im Zwei­wochen­rhythmus) um 18:30 Uhr dazu ein, aktuelle poli­tische Entwick­­lungen zu disku­­tieren. Ort der Debatte, falls nicht im Ver­anstaltungs­hinweis anders an­gegeben, ist die Wolbecker Str. 14, in der Nähe des Haupt­­bahnhofs.

Di., 18. September 2018, 18:30 Uhr

„Chemnitz“ – der Rechtsruck kommt voran

Nicht erst seit den Protesten und Aus­schrei­tungen in Chemnitz dieser Tage: Mehr denn je scheinen Deutsch­land und die Deutschen keine anderen und schon gleich keine wichtigeren Probleme zu haben als die Anwesen­heit von ein paar hundert­tausend Flücht­lingen im 80-Millionen-Volk.

Chemnitzer Bürger sehen sich nach dem Mord an „einem der ihren“ zu Protesten gegen ihre Regierung und deren Flücht­lings­politik und Volks­vergessen­heit veranlasst – und nicht wenige von ihnen weisen gleich­zeitig jeden Vorwurf an sie, Rechts­nationalisten oder gar Nazis zu sein, weit von sich.

Diese „besorgten Bürger“ bekommen, sofern sie keine „Hetz­jagden“ veran­stalten oder den Hitler­gruß zeigen, von höchsten Stellen Recht: „Die Ereig­nisse in Chemnitz zwingen uns zu unter­scheiden zwischen unentschuld­baren Gewalt­exzessen und den Sorgen, die viele Bürger umtreiben“ (Schäuble), für Seehofer ist die Flüchtlings­frage die „Mutter aller poli­tischen Probleme“, was die AfD gleich noch volks­tümlicher ausdrückt: Wir Deutschen werden von lauter „Kopftuch­mädchen und Messer­männern“ angegriffen (Weidel).

Auch die Kanzlerin räumt ein, nachdem sie flächen­deckend Ver­schärfun­gen in der Asyl­politik veran­lasst hat, dass da noch einiges „an Miss­ständen zu beheben“ sei. Sie erinnert aber auch an die „vielen Flücht­linge, die hier friedlich mit uns leben“, gibt also der nationalen Problem­definiton des potentiell krimi­nellen Ausländers im Prinzip Recht, um mit dieser ver­räteri­schen Relati­vierung Zersetzungs­tendenzen im deutschen Volks­körper entgegen­zutreten.

Wenn besonnene und linke Zeit­genossen meinen, dem „Rechts­ruck“ ihrer­seits mit einem menschlich-demokratischen Bild vom hiesigen WIR als einer „solidarischen Gesell­schaft“ entgegen­treten zu müssen, dann halten wir das – um das mindeste zu sagen – für hilflos …