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„Im übrigen fängt Kritik nicht damit an, daß sie an sich die kri­­tische Frage stellt, ob sie weiter­geht, praktisch und konstruktiv ist. Sie beginnt damit, daß man sich Rechen­schaft ablegt darüber, woher all das kommt, was man als Belästi­gung und Schaden wahr­­nimmt. Wer auf das bißchen Ursachen­forschung ver­zichtet, vertut sich wo­möglich im Engage­ment, sucht sich Ort, Zeit und Adressat wie Gegner seiner Be­mühungen ver­kehrt aus. Dann ver­geht seine Ju­gend, und er war in Gorleben zelten, hat seine Zeit im Frauen­buch­laden ver­plempert und Grüne ge­wählt, während die Klassen­gesell­schaft funktio­niert, daß es kracht.“
Die Klassen (II), MSZ – Gegen die Kosten der Freiheit

Mi., 28. November 2018, 18:30 Uhr
Jugendgästehaus am Aasee, Bismarckallee 31

Chemnitz, Köthen und kein Ende

Die Fehler des Rechten Denkens
und die verkehrte Kritik daran

Diskussionsveranstaltung

Die destruktive kritik Münster lädt dienstags (im Zwei­wochen­rhythmus) um 18:30 Uhr dazu ein, aktuelle poli­tische Entwick­­lungen zu disku­­tieren. Ort der Debatte, falls nicht im Ver­anstaltungs­hinweis anders an­gegeben, ist die Wolbecker Str. 14, in der Nähe des Haupt­­bahnhofs.

Di., 13. November 2018, 18:30 Uhr

Imperialistische Konkurrenz um den Weltmarkt für Energie

Dass Deutschlands Regierende eine Energie­wende in Angriff genommen haben, wird ihnen – bei allen Frik­tionen, die damit verbunden sind – von nicht wenigen positiv ange­rechnet. Und zwar v. a. …

… als Beitrag zur Rettung des Weltklimas:

Stimmt das eigentlich? Die Bundes­kanzlerin zum Beispiel definiert das Mensch­heits­problem etwas anders:

Dies alles geschieht in der Über­zeugung, dass die Trans­formation hin zu einer emissions­armen Wirtschafts­weise – richtig angelegt – große Wachstums­chancen bietet. Erneuer­bare Energien, ressourcen- und kosten­sparende Effizienz­techno­logien, klima­schonende Neuerungen im Gebäude­bereich und im Verkehr – das und anderes mehr wird auf den Märkten welt­weit an Bedeu­tung gewinnen. (Merkel)

Ist das Menschheits­problem Klima am Ende gar nicht das – ewig verratene – Ziel, sondern ein ebenso wohl­klingender wie passend aus­greifender Zuständig­keits­anspruch für eine deutsche Standort­offensive beim Geld­verdienen weltweit?

… als Beitrag zur Sicher­stellung unserer nationalen Energie­autonomie und -autarkie

Der Leitbegriff der Energie­autonomie bedeutet, dass eine selbst- statt fremd­bestimmte Verfüg­bar­keit über Energie das Ziel sein muss – frei und unab­hängig von äußeren Zwängen, Erpressungs- und Inter­ventions­möglichkeiten, nach eigenen Ent­scheidungs­kriterien. Dies alles ist auf Dauer nur mit erneuer­baren Energien möglich. (Solar­zeitalter 2/2016)

Dass die Verfügung über bestimmte Energie­stoffe ein Erpressungs­hebel ist, anderen Mächten eigene Interessen zu diktieren, ist im Verkehr zwischen Staaten offenbar ein selbst­verständ­licher Gesichts­punkt. Was einem deutschen Politiker zuerst bei den anderen einfällt:

Energie ist auch immer eine poli­tische Waffe gewesen. Das hat Putin … zum Ausdruck gebracht. (Elmar Brok)

Wobei unsere Verantwort­lichen darauf setzen, dass wir dank ihrer voraus­schauenden Energie­politik über mindestens genauso wirkungsvolle Energie-Waffen verfügen – andere Staaten sollen deutsche Effizienz­techno­logien brauchen, während wir wegen tendenzieller Unab­hängig­keit als Energie­abnehmer immer mächtiger werden:

Ebenso wie die Europäer russisches Gas benötigen, sind die Russen von europäischen Devisen abhängig. Seit Jahr­zehnten ist der östliche Riese deswegen zuver­lässiger Gas­lieferant. (moz.de)

Dass diese anspruchs­voll-ausgreifenden Ziel­setzungen deutscher Energie­politik dem Innen­leben des Kapital­standorts einiges zumuten – etwa alles, was die Brücken­energie Braunkohle so erfordert – liegt auf der Hand.