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„Im übrigen fängt Kritik nicht damit an, daß sie an sich die kri­­tische Frage stellt, ob sie weiter­geht, praktisch und konstruktiv ist. Sie beginnt damit, daß man sich Rechen­schaft ablegt darüber, woher all das kommt, was man als Belästi­gung und Schaden wahr­­nimmt. Wer auf das bißchen Ursachen­forschung ver­zichtet, vertut sich wo­möglich im Engage­ment, sucht sich Ort, Zeit und Adressat wie Gegner seiner Be­mühungen ver­kehrt aus. Dann ver­geht seine Ju­gend, und er war in Gorleben zelten, hat seine Zeit im Frauen­buch­laden ver­plempert und Grüne ge­wählt, während die Klassen­gesell­schaft funktio­niert, daß es kracht.“
Die Klassen (II), MSZ – Gegen die Kosten der Freiheit
Di., 25. Juli 2017, 19:30 Uhr

G20-Gipfel in Hamburg

Angesichts der verschiedenen Kompromiss-, Kosten- und Krawallbilanzen, die Politik und Öffentlichkeit zur Anteilnahme, Empörung usw. vorlegen (etwa: „Was hat der Gipfel gebracht? – Die einen schüttelten Hände, die anderen verwüsteten Straßen”), wollen wir der Frage nachgehen, was man aus diesem Verhau lernen kann. Etwa darüber,

  • worin die „besondere Verantwortung für die Lösung aller globalen Fragen” (Merkel) besteht, die von den G20-Staaten aufgrund ihrer wirtschaftlichen und politischen Macht – über wen eigentlich? – beansprucht wird.
  • was Kritiker umtreibt, die den G20-Politikern enttäuscht bis verbittert vorhalten, ihre Macht nicht für „globale Gerechtigkeit”, „grenzenlose Solidarität” u. ä. zu verwenden, sondern uns stattdessen einer „kalten und grausamen Welt des globalen Kapitalismus” aussetzen.
  • wie Kritik nach dem rechtsstaatlichen Prinzip „friedlicher Protest ja, gewalttätiger Protest nein” (de Maizière) demokratisch fertiggemacht wird. Wobei eine angeblich „sinnentleerte Gewalt” unter dem Motto „Linksextremisten gefährden unsere Sicherheit” zur Zeit offensichtlich sehr gut als Wahlkampfmunition taugt.