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„Im übrigen fängt Kritik nicht damit an, daß sie an sich die kri­­tische Frage stellt, ob sie weiter­geht, praktisch und konstruktiv ist. Sie beginnt damit, daß man sich Rechen­schaft ablegt darüber, woher all das kommt, was man als Belästi­gung und Schaden wahr­­nimmt. Wer auf das bißchen Ursachen­forschung ver­zichtet, vertut sich wo­möglich im Engage­ment, sucht sich Ort, Zeit und Adressat wie Gegner seiner Be­mühungen ver­kehrt aus. Dann ver­geht seine Ju­gend, und er war in Gorleben zelten, hat seine Zeit im Frauen­buch­laden ver­plempert und Grüne ge­wählt, während die Klassen­gesell­schaft funktio­niert, daß es kracht.“
Die Klassen (II), MSZ – Gegen die Kosten der Freiheit

Die destruktive kritik Münster lädt dienstags (im Zwei­wochen­rhythmus) um 19:30 Uhr dazu ein, aktuelle poli­tische Entwick­­lungen zu disku­­tieren. Ort der Debatte, falls nicht im Ver­anstaltungs­hinweis anders an­gegeben, ist die Wolbecker Str. 14, in der Nähe des Haupt­­bahnhofs.

Di., 28. November 2017, 19:30 Uhr

Trumps „America First”:

Das Ende der amerikanischen Weltordnung

In Deutschland heißt es, Donald Trump zerstöre mit seinem Protek­tionismus die Grund­lagen und Prinzipien des freien Welt­handels, der die Voraus­setzung für allgemeinen Wohl­stand sei. Und die gigantischen deutschen Außen­handels­überschüsse, an denen sich Trump stört, die Deutsch­land zu einer ökonomischen Weltmacht machen, sollen bloß ein für Deutsch­land schöner, für die USA jedenfalls nicht zu be­anstanden­der Neben­effekt von höheren Prinzipien sein, um die es „uns” eigent­lich geht und auch den USA gefälligst (wieder) zu gehen habe?

Trump sei zudem in seiner Außen­politik dilettantisch und unberechen­bar. Aber warum soll die Außen­politik der amerika­nischen Welt­macht eigentlich ihren Zweck und ihr Güte­kriterium darin haben, für ihre „Partner” berechen­bar zu sein? Was, wenn Trump es genau anders­herum sieht, weil er die lieben „Partner” vor allem für Konkurren­ten hält, die Amerika aus­nutzen?

Wenn hiesige Politiker und die ihnen wohl­gesonnene Öffentlich­keit kritisch über Trump her­ziehen, dann ver­raten sie einerseits viel über das deutsch-euro­päische Interesse an der Welt­ordnung vor Trump, die sich für die eigenen Ambitionen offe­nbar prächtig ausnutzen ließ. Darum sind anderer­seits brauchbare Aus­künfte darüber, was und warum Trump eigent­lich an den inter­nationalen Verhält­nissen auszu­setzen hat und was er darum mit aller Macht zu ändern gedenkt, aus solchen Kreisen eher nicht zu haben.

Grund genug, sich mit Trumps Außen­politik theoretisch zu beschäftigen. Zur Vorbereitung bitte auf den Zitatezettel schauen. Siehe auch den Artikel Trump und die Welt aus Heft 2-2017 der Zeitschrift GegenStandpunkt.