Aktuelles Thema

Wir laden Euch an jedem ersten Donnerstag im Monat um 19:00 Uhr herzlich in den Club Courage in der Wolbecker Straße 14 ein, um in der Diskussion zu einem aktuellen Thema jeweils zu klären, wie und warum Staat und Kapital eine Welt schaffen, die der Mehr­heit der Leute alles andere als bekommt.

Do., 5. September 2019, 19:00 Uhr

USA vs. Venezuela:

Imperialistische Lektionen
in Sachen Öl und Souveränität

In Sachen Öl:

Die hiesige Öffent­lich­keit ist sich einig: In Venezuela hat eine grund­falsche Politik ein „eigentlich reiches Land“ in den Ruin getrieben. Aus­gerechnet der chavistische Versuch, das Land aus der Rolle des Öl­liefe­ranten für den amerika­nisch domi­nierten Welt­markt zu befreien, soll also das Volk verarmt und dem Land die „Zukunft“ geraubt haben.

Dagegen beweist das Scheitern dieses Versuchs, mit den Öl­einnahmen Land und Volk aufzu­helfen, wie wenig „reich“ das Land in Wahr­heit ist: „Öl“ ist kein Reich­tum in seiner Hand, sondern wird allen­falls in den kapita­listischen Metro­polen zu einem solchen. Darum ist nicht nur jeder Ver­such einer Umwid­mung in sich wider­sprüch­lich, sondern wird von der Vormacht des Welt­kapita­lismus als Verbrechen definiert, das sie zum Scheitern verurteilt.

In Sachen Souveränität:

Die hiesige Öffent­lichkeit ist sich einig: In Venezuela herrscht eine kor­rupte Mann­schaft, die nicht von der Macht lassen will. Deren Inhalt und Zweck soll deswegen gleich in gar nichts anderem als Unter­drückung bestehen. Wes­wegen auch die Anstren­gungen, ihr diese Macht zu nehmen, im Prinzip in Ordnung gehen.

In Wahrheit ist es umge­kehrt: Die USA sprechen der chavistischen Regie­rung die Legi­timität ab. Das können sie, weil ihnen ihre Macht das Recht dazu gibt: Als Vormacht, die über den anderen Herr­schaften steht, ent­scheidet sie darum auch über deren Recht und Unrecht. Die absolut und all­gemein gültige Mess­latte dafür ist ihr unbeding­ter Wille, eine eigen­mächtige Zweck­ent­fremdung ihres Dollars und Welt­markts und den Kampf um natio­nale Eigen­ständig­keit gegen ihre Vor­macht­rolle nicht zu dulden. Was für Latein­amerika heißt: Natio­nale Souverä­nität hat zusammen­zufallen mit deren Diensten an den USA.

Ein Wider­spruch, eine Zumutung für solche Länder? Sicher! Eine „unzu­lässige Ein­mischung“ der Welt­macht? Eher nicht, sondern eine Lektion darüber, wessen Mittel Dollar und kapita­listischer Welt­markt sind, wes­wegen sie auch als Waffe der USA dafür taugen, auf „regime change“ zu bestehen.

Damit erledigt sich aber auch die geschmäck­lerische Frage, ob und wie ernst es Trump meint mit der Wieder­her­stellung von Demo­kratie und Legi­timität. Die wirk­liche Substanz der hier­zulande aus­giebig gepflegten Zweifel in dieser Sache kommt ja auch gar nicht aus den An­sichten über die vene­zolanischen (Un-)Rechts­verhältnisse, sondern aus der Zu­mutung, die Trumps Venezuela-Politik für den imperia­listischen Anspruch der europä­ischen Mächte darstellt.

Do., 10. Oktober 2019, 19:00 Uhr

Die Politik antwortet auf Fridays for Future:

Herablassung, Umarmung, Vereinnahmung, Abfuhr

Do., 7. November 2019, 19:00 Uhr

Das System der deutschen Sozialversicherungen:

Von den notwendigen und wenig bekömmlichen Leistungen des Sozialstaates für die abhängig Beschäftigten