Home

„Im übrigen fängt Kritik nicht damit an, daß sie an sich die kri­­tische Frage stellt, ob sie weiter­geht, praktisch und konstruktiv ist. Sie beginnt damit, daß man sich Rechen­schaft ablegt darüber, woher all das kommt, was man als Belästi­gung und Schaden wahr­­nimmt. Wer auf das bißchen Ursachen­forschung ver­zichtet, vertut sich wo­möglich im Engage­ment, sucht sich Ort, Zeit und Adressat wie Gegner seiner Be­mühungen ver­kehrt aus. Dann ver­geht seine Ju­gend, und er war in Gorleben zelten, hat seine Zeit im Frauen­buch­laden ver­plempert und Grüne ge­wählt, während die Klassen­gesell­schaft funktio­niert, daß es kracht.“
Die Klassen (II), MSZ – Gegen die Kosten der Freiheit

Die destruktive kritik Münster lädt dienstags (im Zwei­wochen­rhythmus) um 19:30 Uhr dazu ein, aktuelle poli­tische Entwick­­lungen zu disku­­tieren. Ort der Debatte, falls nicht im Ver­anstaltungs­hinweis anders an­gegeben, ist die Wolbecker Str. 14, in der Nähe des Haupt­­bahnhofs.

Di., 09. Januar 2018, 19:30 Uhr

Demokratischer Kampf um die Freiheit einer neuen Staatsgewalt (nicht nur) in Spanien

Separatisten in Katalonien fragen ihr Volk, der spanische Staat antwortet

„Volkssouveränität”, wenn also in Gestalt von freien Wahlen, Referenden, Parla­ment, Ver­fassung usw. gewisser­maßen der Volks­wille regiert, gilt als großes Güte­siegel der Demokratie. Dass ein Volk, wenn es demokratisch regiert wird, „gleichsam Herrscher über sich selbst” (Wikipedia) sei, ist an sich schon eine merk­würdige Errungen­schaft.

Wofür die gut ist, kann man zur Zeit etwa an Spanien studieren, wo die Regierungs­geschäfte nicht ihren gewohnten Gang gehen. Wenn dort unter Berufung auf Wahlen, Verfassungs­artikel und Autonomie­rechte zwei poli­tische Lager sehr grund­sätzlich die Hoheit über ein Stück Terri­torium samt Bevölkerung rekla­mieren und besorgte Beobachter sogar vor der Gefahr eines Bürger­kriegs warnen, dann zeigt das Prinzip der Volks­souveränität nämlich so richtig seine Produktivkraft.

In unserer Diskussion soll es deshalb um einige sach­dienliche Über­legungen zu Volks­abstimmungen, staatlicher Selbst­bestimmung, Souveränität und Gewalt (nicht nur in Spanien) gehen. Als Lese­grund­lage ist der Artikel aus dem neuen Heft der Zeitschrift GegenStandpunkt anempfohlen.