Home

„Im übrigen fängt Kritik nicht damit an, daß sie an sich die kri­­tische Frage stellt, ob sie weiter­geht, praktisch und konstruktiv ist. Sie beginnt damit, daß man sich Rechen­schaft ablegt darüber, woher all das kommt, was man als Belästi­gung und Schaden wahr­­nimmt. Wer auf das bißchen Ursachen­forschung ver­zichtet, vertut sich wo­möglich im Engage­ment, sucht sich Ort, Zeit und Adressat wie Gegner seiner Be­mühungen ver­kehrt aus. Dann ver­geht seine Ju­gend, und er war in Gorleben zelten, hat seine Zeit im Frauen­buch­laden ver­plempert und Grüne ge­wählt, während die Klassen­gesell­schaft funktio­niert, daß es kracht.“
Die Klassen (II), MSZ – Gegen die Kosten der Freiheit

Die destruktive kritik Münster lädt dienstags (im Zwei­wochen­rhythmus) um 18:30 Uhr dazu ein, aktuelle poli­tische Entwick­­lungen zu disku­­tieren. Ort der Debatte, falls nicht im Ver­anstaltungs­hinweis anders an­gegeben, ist die Wolbecker Str. 14, in der Nähe des Haupt­­bahnhofs.

Di., 24. April 2018, 18:30 Uhr

Die Amokfahrt des Jens Alexander R. in Münster

hat gezeigt,

  • dass alle Leute in Münster nichts als Münsteraner sind, Teil einer fried­lichen, bunten, freund­lichen, leben­digen, welt­offenen, toleran­ten Stadt­gesellschaft, eines WIR, das jetzt noch enger als sonst zusammen­steht.
  • wie sehr ein Politiker wie der Innen- und Heimat­minister Seehofer Verant­wortung für den Frieden in der noch größeren, nämlich staat­lichen Gemein­schaft trägt, weshalb er uns in Münster auch gleich noch vor weiteren Attacken warnt (Halb­marathon in Berlin!), und über­haupt vor einer sehr ange­spannten Sicher­heits­lage in der Bundes­republik Deutsch­land, die es erfordert, dass seine Sicher­heits­behörden sehr aufmerk­sam sind.
  • wie wichtig es ist, dass die politisch Verant­wort­lichen nicht nur die üblichen Verdächtigen im Visier haben, sondern auch wechsel­seitig auf­passen, ob der Kompass der mensch­lichen Anständig­keit (J. Korte, Die Linke), also die moralische Hygiene dieses WIR in Ordnung geht. Wer diese Tat, anstatt sie als Ausnahme vom Normal­fall zu würdigen (ohne isla­mistischen Hinter­grund!), so offen­sichtlich zwecks Profilierung direkt den Ausländern in die Schuhe schieben will – siehe Frau v. Storch –, betreibt jeden­falls unverant­wortliche Hetze und ist politisch und moralisch kaputt. Wobei jeder Verant­wortungs­träger, der bei den politischen Kon­kurrenten die Instru­mentali­sierung des Falls anprangert, Gefahr läuft, von denen selbst als einer bloß­gestellt zu werden, der sich mit seiner Sauber­manns­tour nur profi­lieren will …

Fast lächer­lich, sich angesichts dieser gnaden­losen Partei­nahme für den Höchst­wert eines lokalen und nationalen WIR zu fragen, was das eigent­lich mit einem gewissen Jens R. zu tun hat. Was es mit diesem WIR auf sich hat, das selbst offen­bar nur ein Problem kennt, nämlich ob sich alle lücken­los zu ihm bekennen, halten wir schon für eine lohnende Frage.

Zur Vorbereitung bitte auf den Zitatezettel schauen.