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„Im übrigen fängt Kritik nicht damit an, daß sie an sich die kri­­tische Frage stellt, ob sie weiter­geht, praktisch und konstruktiv ist. Sie beginnt damit, daß man sich Rechen­schaft ablegt darüber, woher all das kommt, was man als Belästi­gung und Schaden wahr­­nimmt. Wer auf das bißchen Ursachen­forschung ver­zichtet, vertut sich wo­möglich im Engage­ment, sucht sich Ort, Zeit und Adressat wie Gegner seiner Be­mühungen ver­kehrt aus. Dann ver­geht seine Ju­gend, und er war in Gorleben zelten, hat seine Zeit im Frauen­buch­laden ver­plempert und Grüne ge­wählt, während die Klassen­gesell­schaft funktio­niert, daß es kracht.“
Die Klassen (II), MSZ – Gegen die Kosten der Freiheit

Die destruktive kritik Münster lädt dienstags (im Zwei­wochen­rhythmus) um 18:30 Uhr dazu ein, aktuelle poli­tische Entwick­­lungen zu disku­­tieren. Ort der Debatte, falls nicht im Ver­anstaltungs­hinweis anders an­gegeben, ist die Wolbecker Str. 14, in der Nähe des Haupt­­bahnhofs.

Di., 19. Juni 2018, 18:30 Uhr
Handelskrieg, Iran-Abkommen …

„America first“ macht ernst – Das Konkurrenz­projekt Europa zeigt sich heraus­gefordert

Schwerpunkt dieses 2. Teils der Diskussion ist der imperia­listische Handlungs­bedarf unter dem Motto „Die Europäer müssen ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen“ (Merkel), dem sich die Macher des wider­sprüch­lichen euro­päischen Projekts anläss­lich von Trumps Handels­krieg, Kündi­gung des Iran-Abkommens usw. gegen­über­sehen. In die Diskussion können auch Leute einsteigen, die an der ersten Debatte nicht teil­genommen haben. Lesetipp: „Der Westen nach einem Jahr Trump“, hier v. a.: Europa zeigt Wirkung (Gegenstandpunkt 1-18, S. 101 ff.)

„Bricht der Westen jetzt endgültig auseinander?“ (Presseclub) „Europa verliert seine Schutz­macht, den Garanten für gemein­same Werte und jenes welt­politische Gewicht, das es nur gemein­sam mit den USA hatte.“ (Spiegel) „Deutsch­land muss sich endlich Trump entgegen­stellen“ (Sueddeutsche) „Welt­macht wird man nicht im Seminar­raum, durch selbst­gefälliges Reden oder Beleidigt­sein.“ (FAZ)

Das sind gängige Sprach­regelungen der Öffent­lich­keit hier im Lande. Sie haben den Vorteil größter Ein­deutig­keit – bezüg­lich der Partei­nahme für Europa nämlich, von der sie ganz selbst­verständ­lich ausgehen. Denn spätestens seit Trumps „ein­seitiger Kündigung“ des Atom­abkommens mit dem Iran gilt: „Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen“ (Merkel) – mit Blick auf Trumps USA, aber auch auf Putins Russland und China. Warum „muss Europa endlich ent­scheidende Fort­schritte“ machen, und welche eigentlich – gegen alle Ein­sprüche, die es in Europa ja ganz un­über­sehbar reichlich gibt?